Datenrettungssoftware

Digitale Medien sind in der heutigen modernen Zeit nicht mehr wegzudenken. Kein Unternehmen und kaum eine Privatperson arbeitet nicht mit modernen Medien. Computer und Handys sind nicht mehr wegzudenken, doch auch Digitalkameras und MP3-Player sind in fast allen Haushalten zu finden.
So einfach diese Geräte das Leben machen, so schnell können sie auch kaputtgehen. Ein unachtsamer Augenblick und die Digitalkamera landet im Wasser, ein falscher Tritt und der MP3-Player liegt zerstört am Boden.
Beim PC sieht es da schon etwas anders aus. Physische Einwirkungen wie heftige Erschütterungen und Umstürzen des laufenden Rechners können genauso zum Plattencrash mit Datenverlust führen wie ein Festplattenabsturz (Headcrash) oder Probleme in Folge eines Stromausfalls.
Andere Ursachen für Datenverlust können aber auch ein geleerter Papierkorb, Virenbefall, die Formatierung eines Dateisystems oder gelöschte oder beschädigte Partitionsstrukturen sein.
Doch sind diese Daten wirklich unwiderruflich und für immer gelöscht?

Die Technik ist heutzutage so weit fortgeschritten, dass auch vermeintlich verlorengegangene Dateien noch aufzufinden sind. Mit speziellen Anwendungen, sogenannten Datenrettungssoftwares, auf Englisch Data Recovery Software, können Profis, aber auch Privatpersonen ihre Dateien wiederherstellen. So groß die Möglichkeiten auch sind, bei der Anwendung einer Datenrettungssoftware ist so einiges zu beachten.
Beim Löschen von Daten auf magnetischen Datenträgern wird anfangs nur der Verweis auf dem Speicherort gelöscht, was bedeuten will, dass die Datei physikalisch noch vorhanden ist und das so lange, bis ihr Platz mit neuen Daten überschrieben worden ist.

Auf dem Markt befinden sich viele verschiedene Programme, die aber auch unterschiedlich gut und unterschiedlich spezialisiert sind.
Als Erstes muss man wissen, dass eine gute Datenrettungssoftware nur dann erfolgreich sein kann, wenn der Datenträger nicht physikalisch beschädigt ist. Bei einem Datenverlust, der auf einem physikalischen Fehler basiert, ist eine völlig andere Vorgehensweise als bei logischem Datenverlust notwendig. Für Nicht-Experten liegt das erste Problem hier bereits bei der bloßen Identifizierung eines physischen Defekts. Wenn ein physikalischer Fehler vorliegt, ist von der Verwendung einer Datenrettungssoftware strengstens abzuraten. Man wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Problem nur verschlimmern. In solch einem Fall kann nur noch der Experte helfen. Wichtig dabei ist, dass wenn man den Fehler festgestellt hat, nicht weiter auf eigene Faust am Computer hantiert.
Der nächste wichtige Punkt ist, keinesfalls die Anwendung zur Datenrettung auf dem betroffenen Datenträger zu installieren. Ebenso ist davon abzuraten, die Ergebnisse einer Datenrettung auf letzterem abzuspeichern. Es ist also unbedingt zu beachten, dass die zu verwendende Data Recovery Software auf einem alternativen Betriebssystem installiert wird. Dasselbe gilt für das Speichern von wiederhergestellten Dateien.

Erfolgversprechend und generell sinnvoll ist der Einsatz von Software zur Datenrettung auf jeden Fall nur dann, wenn einzelne Dateien versehentlich gelöscht wurden. Die einzige Bedingung hierbei ist aber, dass nicht auf der betroffenen Festplatte weitergeschrieben wurde. Da aber die meisten Betriebssysteme ständig Daten auf die Festplatte schreiben, ohne bewussten Speicherbefehl des Anwenders, können gelöschte Dateien durch Überschreiben endgültig verloren gehen.
Theoretisch aber können selbst formatierte Festplatten mit Datenrettungs-Tools wieder brauchbar gemacht werden. Allein die Fragmentierung der Festplatte kann dabei Probleme bereiten, denn die fragmentierten Dateien werden bei der Wiederherstellung nur als unbrauchbare Dateien angezeigt.
Desweiteren sollte man sich über die Datenrettungssoftware vor dem Kauf oder Download genauestens informieren, denn nicht jede Software kann jeden Dateisystemtyp bearbeiten und man möchte schließlich nicht sein Geld zum Fenster rauswerfen.

Es gibt viele gute Firmen, die qualitativ hochwertige Software zur Datenrettung in einer soliden Auswahl anbieten. Für die Benutzung unter Microsoft basierten Datei- und Betriebssystemen bieten sich beispielsweise Softwares, die sich auf die Wiederherstellung von Daten aus FAT Dateisystemen, wie sie auf USB Sticks, Flash Karten oder älteren Betriebssystemen (Windows 98) genutzt werden, konzentrieren. Für jeden, der Daten aus einem NTFS Dateisystem wiederherstellen möchte, seien spezielle NTFS Data Recovery Softwares zu empfehlen. Das Dateisystem NTFS wird in der Regel ab Windows NT installiert und jedes neuere Microsoft Betriebssystem verwendet diesen Dateisystemtyp.

Es gibt auch Programme mit denen der erfahrene Benutzer die Möglichkeit hat, ein inoperables Raid System zu rekonstruieren. Hierfür ist aber ein fundiertes Wissen über die Arbeitsweise eines Festplattenverbundes nötig.
Programme zur Wiederherstellung von Daten, die speziell für bestimmte Datei- oder Betriebssysteme entwickelt wurden, müssen sich jedoch gegen sogenannte „Allrounder“ behaupten. Diese Programme liefern eine große Vielfältigkeit der unterstützten Dateisystemtypen und sind ebenfalls in der Lage ein großes Repertoire an Betriebssytemen (Linux, Novell, Macintosh, Unix, etc.) abzudecken.

Besonders für Linux entwickelte Programme können die Daten von Dateisystemen des Typs EXT2, EXT3 und Reiser FS handeln und andere sogenannte „Exoten“ sind sogar für die nicht so häufig angewandten Dateisystemen, die in der Regel unter den Distributionen SCO, UnixWare, SCO Open Server Sun Solaris und BSD erzeugt werden, spezialisiert.
Einige Probleme können dennoch auftreten, beispielsweise bei Data Recovery Software, die auf dem Betriebssystem Windows installiert wird, die jedoch der Rekonstruktion von Daten auf dem Betriebssystem Apple dienen. Hierbei kann es zu Problemen bei der Übersetzung von Sonderzeichen oder Umlauten kommen. Es ist also beim Kauf einer Datenrettungssoftware darauf zu achten, dass das Programm mit dem zu reparierendem Betriebssystem kompatibel ist und auf dessen Architektur passt.
Desweiteren gibt es Programme, die den so genannten „Resource Fork“ Ordner bei der Rekonstruierung der Daten berücksichtigt (bei Apple). Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass entsprechende Dateitypen weiterhin mit den dazugehörigen Applikationen aassoziiert werden.
Für Gewerbebetreibende oder Administratoren in einer heterogenen Arbeitsumgebung ist eine Anwendung zur Rettung der Daten empfehlenswert, die auf die unterschiedlichsten Dateisystemtypen anwendbar und sogar in der Lage ist, Raid Strukturen zu erkennen. Hierfür stellen sich die schon oben genannten „Allrounder“ eine äußerst komfortable Lösung dar.

Abschließend ist zu sagen, dass, trotz des stetig steigenden Interesse und der wachsenden Anzahl an Home-Experten in Sachen Computer, bei einer falschen Handhabung der Datenrettungssoftware viel schiefgehen kann. Für den Fall, dass man sich nicht sicher sein sollte, ob ein physischer Defekt am Gerät besteht, oder ob schon auf der Festplatte die alten Daten überschrieben wurden, wäre es sehr ratsam, einen Experten zu Rate zu ziehen. Professionelle „Datenretter“ haben ganz andere technische Möglichkeiten mit denen die Suche nach den gelöschten Daten begonnen werden kann.