Plattencrash

Die meisten Menschen denken nie groß über ihre Festplatten in ihren Rechnersystemen nach. Deshalb gehen sie mit Selbstverständlichkeit davon aus, dass die Festplatten solange halten bis sie sich zum Austausch entschließen. Es ist zwar richtig, dass heutzutage die Festplatten länger halten als früher, aber die Festplatten sind wie die DVD- oder CD-Laufwerke aus beweglichen Teilen aufgebaut und können daher auch schon mal defekt werden. Dieser Festplattencrash wird mit zunehmender Laufzeit des Rechners wahrscheinlicher. Irgendwann nach fünf bis zehn Jahren steigt auch die Wahrscheinlichkeit eines Plattencrashs auf über 50 Prozent an.

Manchmal fällt eine Festplatte plötzlich ohne Vorwarnung aus, aber in vielen Fällen gibt es Anzeichen dafür, bevor der Festplattencrash auftritt. Intermittierende Fehler, Änderungen in der Leistung oder plötzlich auftretende blaue Schirme sind verräterische Anzeichen dafür, dass die Festplatte ihrem endgültigen Ende entgegen geht. Diese offensichtlichsten Zeichen können noch ergänzt werden durch schleifende oder schabende Geräusch. Wenn man solche Töne hört, dann ist es schon ziemlich spät. Spätestens dann sollte man über eine umfassende Datensicherung nachdenken. Im Vorteil ist der, der die Benutzerdaten von den Systemdaten getrennt hat. Denn dann hat er noch Zeit, seine Benutzerdaten auf eine DVD oder ein anderes Rechnersystem zu übertragen. Verstärken sich dann die Geräusche, dann muss das System sofort abgeschaltet werden. Der Rechner oder die Festplatte müssen zur Reparatur oder ausgewechselt werden.

Die meisten Berater für Hardware in Computer-Systemen geben folgende gutgemeinten Ratschläge, die unbedingt zu beachten sind, wenn man mit Festplatten arbeitet:
Man sollten niemals die Abdeckung der Festplatte öffnen – wenn man mit herkömmlichen Methoden auf die Daten nicht mehr zugreifen kann. Die heutigen Festplatten arbeiten mit sehr engen Toleranzen und die verwendeten Materialien im Inneren sind technologisch so weit fortgeschritten, dass selbst die kleinsten Flecken, Staub oder Verunreinigungen das empfindliche Gleichgewicht stören und damit jeder Datenrettung durch Profis den Weg verstellen. Ein solcher Eingriff zerstört das Laufwerk endgültig.

Das einzige wirklich effektive Vorgehen ist ein Backup der Daten, das möglichst in regelmäßigen Abständen schon lange vor dem Festplattencrash immer wieder durchgeführt wird. Darüber hinaus müssen diese Backups auch getestet werden. Hierzu ist das Backup auf einem anderen Rechner aufzuspielen; nun sind dort zufällig ausgewählten Dateien zu öffnen.

Unter einem Plattencrash ist also die mehr oder weniger plötzliche Nichtverfügbarkeit von Programmen und Daten auf einer Festplatte zu verstehen, wobei die Ursache hierfür in der Hardware des Rechnersystems zu vermuten ist. Davon zu unterscheiden wären Probleme die mit Virenbefall oder mit sonstigen Software-Problemen zusammenhängen. Unterschieden kann man Hardware- und Software-Probleme am einfachsten, wenn man den Rechner von einem externen Laufwerk aus startet. Dann sollten Zugriffe auf die interne Festplatte problemlos möglich sein. Kann man von dem externen Datenträger aber die Festplatte nicht mehr nutzen, dann liegt ein Festplattencrash vor. Ursprünglich kommt der Begriff Plattencrash vom Head-Crash her, wo der Lese-Schreibkopf der Festplatte auf die Oberfläche des Speichermediums aufgeschlagen war. Ein Plattencrash kann aber auch durch weitere Faktoren hervorgerufen werden. Dies können Defekte in der Rechner- oder Platten-Elektronik sein. Denkbar ist auch, das der Motor der Festplatte defekt ist oder das der Festplattenkopf in Folge längeren Verschleißes nicht mehr beweglich ist.

Nach einem Plattencrash müssen die Daten der Festplatte nicht zwangsläufig dauerhaft verloren sein. Es gibt professionelle Datenrettungsfirmen; diese können mittels Hardware- und Softwaretools und weiteren Methoden der Datenrettung häufig einen Großteil der sonst nicht erreichbaren Daten wiederherstellen. Die Kosten für eine solche Maßnahme können recht hoch werden. Deshalb sind die Anwender im Vorteil, die vorher an eine regelmäßige Datensicherung gedacht haben. Diese bauen einfach die Festplatte aus und ersetzen sie durch ein Nachfolgemodell. Dann wird von einem externen Datenträger das Betriebssystem neu auf dem Rechner installiert und anschließend die letzte Datensicherung eingespielt.

Wichtig ist auch das sichere Entsorgen der alten Festplatte. Da diese meist noch rekonstruierbare Daten enthält, sollte man sicherstellen, dass diese nicht in die falschen Hände geraten.