Tresore

In Tresoren werden besonders wertvolle Gegenstände wie Schmuck, Dokumente, Geld und Wertpapiere aufbewahrt. Die dicken Stahlschränke sollen sie nicht nur vor Diebstahl, sondern auch vor Feuer schützen.

Tresore im gewerblichen Bereich
In bestimmten Branchen sind Tresore zur Aufbewahrung von wertvollen oder gefährlichen Gegenständen vorgeschrieben. Dazu zählen Branchen wie Hotels, Restaurants und Lottoannahmestellen beispielsweise, die große Bargeldmengen vorrätig halten müssen. Aber auch Apotheken und Waffengeschäfte sind verpflichtet, ihre Waren einbruchsicher aufzubewahren und weitestgehend vor Missbrauch und Schaden zu schützen.

Tresore für den Privatgebrauch
In jüngster Zeit ist die Nachfrage nach Tresoren insbesondere unter Privatleuten stark angestiegen. Nach den Erlebnissen der Finanzkrise gehen nun Hausbesitzer vermehrt dazu über, ihre Wertsachen selbst aufzubewahren. Das Vertrauen in Banken und Versicherungen ist weg.

Die Historie der Tresore
Schon vor 200 Jahren lagerten Unternehmen und reiche Mitbürger ihre wertvollen Gegenstände in großen Truhen oder Sicherheitsschränken. Aber erst seit gut 40 Jahren gibt es einheitliche Vorschriften für den Bau von Tresoren und Sicherheitsschränken. Seit 1992 überprüft das Europäische CEN Institut die Einhaltung dieser Normen.

Tresor, Geldschrank oder Safe – alles dasselbe?
Der Volksmund kennt den Tresor unter anderem auch unter Begriffen wie Panzerschrank, Safe und Geldschrank oder Heimtresor. Nur wenige kennen allerdings die Unterschiede zwischen den jeweiligen Bezeichnungen. Dies ist aber von großer Bedeutung, will man seinen Versicherungsschutz nicht gefährden. So entsprechen Tresore unter dem Namen Stahlschrank lediglich einer niedrigen Sicherheitsstufe. Der Wertschutzschrank muss bereits höheren Anforderungen genügen. Am rigidesten aber sind die Vorschriften für einen Panzergeldschrank. Banken und Versicherungen haben darüber hinaus eigene Tresorräume, für die ganz besondere Sicherheitsvorschriften gelten.

Bau eines Tresors
Es versteht sich von selbst, dass der Aufbau und die Herstellung eines Tresors je nach Sicherheitsstufe unterschiedlich sind. So können Tür und Wände unterschiedlich dick sein, Füllungen können aus einfachen Isolier- oder Kunststoffen, aber auch aus Beton und Betonverbundstoffen bestehen. Wie bei einer Haustür auch, ist das Schloss ein entscheidendes Kriterium für die Sicherheit. Je mehr sich der Tresor unbefugtem Zugriff verwehrt, umso wertvoller, aber auch teurer ist er.

Hochwertige Tresore kombinieren häufig unterschiedliche Schließsysteme miteinander, um es dem Einbrecher oder Dieb besonders schwer zu machen. Sie kombinieren bestenfalls sogar mechanische und elektronische Systeme. Spezialscharniere sichern die Tür zusätzlich.

Wände und Schlösser eines Tresors gelten als die besonders gefährdeten Stellen. Hier setzen Einbrecher besonders gerne an. Da jedoch alle Teile eines Tresors der gleichen Sicherheitsstufe entsprechen müssen, gibt es keine eigentliche Schwachstelle bei einem Tresor.

Das Innenleben eines Tresors hingegen ist je nach Wunsch und aufzubewahrender Gegenstände frei gestaltbar. Ob der Tresorbesitzer Schubladen oder Hängeregister, Fächer oder zusätzlich verriegelbare Innenfächer bevorzugt, bleibt ihm überlassen.

Qualitätsmerkmale eines Tresors
Viele Tresore deutscher Fertigung entsprechen der VDMA-Norm 24990. Heute jedoch werden zunehmend Tresore gemäß den europäischen Anforderungen der Europa-Norm hergestellt.

Von außen ist die Sicherheit eines Tresors allerdings nicht zu erkennen. Der Laie sollte sich beim Kauf deshalb nicht von einem soliden Aussehen leiten lassen, sondern Prüfzeichen für Sicherheitsstandards für die Kaufentscheidung heranziehen. Das VdS-Kennzeichen oder das Prüfzeichen ECB-S stehen für geprüfte, hochwertige Tresorqualität. Die jeweiligen Institute überprüfen diese Qualität kontinuierlich, so dass sich der Käufer bei diesen Modellen auf die angegebenen Sicherheitsstandards verlassen kann.

Sicherheitsstufen bei Tresoren
Die Prüfinstitute für Tresore unterscheiden nach Bauart, Sicherheitsklasse und entsprechend zuständiger Norm. So werden einwandige Stahlschränke in die Sicherheitsstufe A, die unterste Stufe, eingeordnet. Mehrwandige Stahlschränke zählen hingegen bereits zur besseren Sicherheitsstufe B. Beide Stahlschränke entsprechen der VDMA Norm 24992 von 1995.

Wertschutzschränke sind nur diejenigen Tresore, die der Sicherheitsstufe C1 oder C2 genügen. Panzergeldschränke müssen die RAL-RG 626/10 beziehungsweise 621/10 oder 621/20 einhalten, damit sie der Sicherheitsstufe D entsprechen.

Verwirrend für Verbraucher: Die Europa-Norm unterscheidet sich von der VDMA-Norm hinsichtlich der Sicherheitsklassen und auch der Begrifflichkeiten. Da davon auszugehen ist, dass es zukünftig nur noch die Europa-Norm gibt, sollte sich der Interessent mit den Richtlinien dieser Norm vertraut machen. Sie lauten wie folgt: Gemäß prEN 14450 zählen Sicherheitsschränke zur niedrigen Sicherheitstufe S1 oder S2. In den höheren Sicherheitsstufen finden sich ausschließlich so genannte Wertschutzschränke, die sich wiederum in sechs unterschiedliche Sicherheitskategorien unterteilen lassen. Alle Wertschutzschränke müssen der EN 1143-1 entsprechen.

Tresore und Brandschutz
Die Sicherheitsklasse eines Tresors gibt aber nicht automatisch Auskunft über den jeweiligen Feuerschutz. Hierzu gibt es eine weitere Klassifizierung, die VDMA-Norm 24991 und die RAL-RG 626/7. Zwar sind auch mehrwandige Stahlschränke eingeschränkt feuergeschützt, aber nur geprüfte Tresore halten eine bestimmte Zeit lang den geforderten hohen Temperaturen bei der Prüfung stand. Dazu wird das jeweilige Tresormodell jeweils eine beziehungsweise zwei Stunden einer Temperatur von 1000 Grad Celsius ausgesetzt. Zudem wird der erhitzte Tresor dann noch aus einer Höhe von 9,15m in die Tiefe gestürzt, wo er unversehrt ankommen muss, will er den oben genannten Brandschutznormen genügen.

Die entsprechenden Sicherheitsklassen werden in S 60 P oder S 120 P unterteilt. Die Abkürzungen stehen für die Sicherheitsstufe S, die Zahl für die Minuten, in der P, Papier in diesem Fall, den Feuertest im Tresor unbeschadet überstand. Andere Dokumente wie Datenträger oder Diapositive und Negative werden entsprechend in die Güteklassen S 60 Dis beziehungsweise S 120 Dis eingeteilt.

Wandtresor oder Standtresor?
Kleintresore, wie man sie häufig in Kleiderschränken von Hotels vorfindet, bieten die geringste Sicherheit. Auch wenn sie in der Wand verschraubt sind, besteht doch die Gefahr, dass sie einfach herausgezogen und mitgenommen werden. Versicherungen erkennen diese Möbeltresore daher nur eingeschränkt an.
Besser eignen sich dagegen Wandtresore. Sie müssen allerdings von einem Fachmann in die Wand eingemauert werden. Selbst dann entsprechen sie lediglich einem Einbruchschutz der Klasse 1.

Schwere Standgeräte von über einer Tonne eignen sich am besten zur Aufbewahrung wertvoller Gegenstände und Dokumente. Bei diesem Gewicht lassen sie sich so gut wie nicht mehr bewegen. Außerdem erlaubt ihre Größe keinen leichten Zugriff. Standgeräte unter 1000 Kilogramm sollten sicherheitshalber zusätzlich im Boden verankert werden.

Wer braucht einen Tresor?
Geschäfte, der Einzelhandel, Banken und Lottoannahmestellen benötigen einen Tresor mit Einwurfschacht oder Schlitz. Waffenbesitzer sind verpflichtet, ihre Waffen in ihrer Wohnung verschlossen in einem Waffenschrank oder Tresor aufzubewahren. Schlüsselschränke in Unternehmen, Datensafes, Geldautomaten und Nachttresore zählen ebenfalls zu den Tresoren.

So unterschiedlich ihr Gebrauch, so verschieden sind auch Konstruktion, Schließsysteme und Elektronik unterschiedlicher Tresormodelle.